Fast 100 Gymnasien bieten Einführungsklassen für Realschulabsolventinnen und -absolventen an
Abschluss mit Anschluss: Einführungsklassen in den Gymnasien bereiten geeignete Absolventen auf den Eintritt in die 11. Jahrgangsstufe der Oberstufe vor. Im Schuljahr 2012/13 richtet das Kultusministerium im Rahmen der Zukunftsinitiative Aufbruch Bayern an fast 100 Gymnasien Einführungsklassen ein: von Altötting bis Wunsiedel, von Aschaffenburg bis Zwiesel.
Schülerinnen und Schüler mit einem Abschlusszeugnis der Realschule, der Wirtschaftsschule oder des M-Zuges an Mittelschulen, die ihre Schullaufbahn am Gymnasium fortsetzen wollen, haben verschiedene Möglichkeiten:
Sie können nach dem erfolgreichen Besuch der Einführungsklasse in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums übertreten. Voraussetzung für die Aufnahme in eine Einführungsklasse ist ein pädagogisches Gutachten der in der 10. Jahrgangsstufe besuchten Schule, das die Eignung für den Bildungsweg des Gymnasiums bestätigt.
Absolventen, die über einen Realschul- oder mittleren Bildungsabschluss mit einem Schnitt von 1,5 oder besser in den Fächern Deutsch, Mathematik und in einer fortgeführten Fremdsprache verfügen und eine zweite Fremdsprache gelernt haben, können mit einem pädagogischen Gutachten auch ohne den Besuch der Einführungsklasse in die 11. Jahrgangsstufe des Gymnasiums übertreten.
Eine weitere Alternative ergibt sich für die Absolventen, die einen Gesamtdurchschnitt in den Vorrückungsfächern von mindestens 3,0 besitzen und bereit sind, innerhalb eines Jahres eine zweite Fremdsprache nachzulernen: Sie können in die 10. Jahrgangsstufe des Gymnasiums übertreten.
Die Schulen nicht zu schnell verändern - Bildungspolitisches aus anderen Bundesländern
Im Hamburger Abendblatt ist eine aktuelle Debatte zur Frage der Schaffung von Voraussetzungen um Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in die Klassen zu geben im Gange. Unter anderem sind dort folgende Texte zu lesen:
Die Einführung der Schulform Stadtteilschule ist im Kern nichts anderes als die Abschaffung der Haupt- und Realschulen und deren Umwandlung und Zusammenfassung zu Gesamtschulen in großen Einheiten mit neuer Bezeichnung als „Stadtteilschule". Der Erfolg dieser Schulform wird sich nicht an der Quote der Abiturienten bemessen, sondern daran, ob die Stadtteilschulen es schaffen, den derzeit noch aufwachsenden Stadtteilschuljahrgängen mehr Hauptschulabschlüsse und Realschulabschlüsse (sowie in den Oberstufen dann ggf. auch Abiture) zu verschaffen, als es bisher an den Haupt- und Realschulen sowie den Gesamtschulen der Fall war. Der erste Stadtteilschul-Jahrgang besucht derzeit noch die 8. Klasse, wird also im Sommer 2013 mit den ersten Hauptschulprüfungen konfrontiert.
Vorstellung der INITIATIVE PRO REALSCHULE
Mit großer Freude wurde die Initiative aufgenommen und der Erhalt der eigenständigen Realschule im differenzierten Schulwesen ohne Wenn und Aber unterstützt. Zusätzliche Schulformen zu den jetzt bestehenden Schularten einzuführen, wurde abgelehnt.
Pressestelle LEV-RS
Ausbildungsfähigkeit zwischen Wissensvermittlung und KompetenzerwerbVom 20. - 22. April 2012 trafen sich die Ausschüsse für Gesamtschulen und Realschulen des Bundeselternrates in Potsdam zu Ihrer Fachtagung. Schwerpunkt war hier die Frage der Ausbildungsfähigkeit. Hierzu eurde folgende Resolution verabschiedet: Ausbildungsfähigkeit zwischen Wissensvermittlung und Kompetenzerwerb Seit Jahren nimmt die Zahl der Schüler und Schülerinnen, die die Berufsreife nicht erreichen, kontinuierlich zu. Damit entgehen dem Arbeitsmarkt dringend benötigte, gut ausgebildete und motivierte Arbeitskräfte. Ziel der Bildungsverantwortlichen muss es sein, dass alle Jugendlichen nach Beendigung ihrer Schullaufbahn dazu fähig sind, eine qualifizierte Berufsausbildung zu beginnen und erfolgreich zu beenden. Deshalb sind die Bildungsträger aufgefordert, ihre Ressourcen zu konzentrieren, damit alle Schülerinnen und Schüler nach höchstens zehn Schuljahren direkt in die berufliche Ausbildung wechseln können. Das bedeutet: Sie müssen die sächlichen, räumlichen und personellen Mittel zur Verfügung stellen, die nötig sind, um Schülerinnen und Schülern die erforderlichen Fähigkeiten und Kompetenzen zu vermitteln. Eltern müssen ihre Verantwortung erkennen und sich stärker in den Berufsfindungsprozess einbringen. Die Erziehungspartnerschaft muss durch Stärkung der Elternkompetenz intensiviert werden. Schule, Eltern und Wirtschaft tragen gemeinsam Verantwortung. Ihre Zusammenarbeit ist zwingend erforderlich, um Schüler und Schülerinnen bei der Berufswahl zu unterstützen. Die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler ist dazu eine unverzichtbare Voraussetzung. Alle Maßnahmen und Ergebnisse sind regelmäßig zu evaluieren und den Bildungsbeteiligten transparent zu machen. Potsdam, 22. April 2012 KOMPASS - Ein erfolgreicher Modellversuch wird ausgeweitetWie kann man die Talente von Realschülern noch besser unterstützen? Wie wird Lernen noch individueller gestaltet? Der Modellversuch KOMPASS hilft, Stärke und Selbstbewusstsein von Realschülern zu fördern. Kultusstaatssekretär Bernd Sibler informierte sich vor Ort in Straubing und Freising über den Ausbau des Projekts. Mehr dazu können Sie auf der Homepage des Kultusministeriums nachlesen.
Wir können wirklich mitbestimmen – Man kann auch sagen: Der BEV hat Angst vor der Wahrheit.Pressemitteilung des LEV-RS zur ElternmitbestimmungDa beklagt sich der Bayerische Elternverband (BEV), dass er zu wenig mitbestimmen kann. Wir haben da ganz andere Erfahrungen gemacht. Der LEV-RS kann, wie viele andere Verbände auch, sehr wohl mitbestimmen und einwirken. Das mag wohl aber daran liegen, dass wir politisch neutral und finanziell unabhängig vom Kultusministerium sind.
Ideologie beiseite!Das gegliederte Schulsystem ist gerechter als gedacht, behauptet eine neue Studie. Man sollte sie ernst nehmen.Die Ständegesellschaft gehört der Vergangenheit an. Mit einer gewissen Verzögerung – gut hundert Jahre dürften es sein – hat sich diese Erkenntnis auch in der Bildungspolitik herumgesprochen. Nur in Bayern lässt sich das dreigliedrige Schulsystem noch verteidigen, ohne generelles Naserümpfen zu provozieren. Im Rest der Republik müffelt die Vorstellung, man verteile Schüler idealerweise nach der vierten Klasse auf Hauptschule, Realschule oder Gymnasium.
In der bildungswissenschaftlichen Forschung gilt als weitgehend ausgemacht, dass die frühe Selektion in Deutschland sozial ungerecht und damit leistungsfeindlich ist. Ob es jemand auf die höhere Schule schafft, hängt danach zu einem großen Teil von seinem Elternhaus und der Einstellung seiner Lehrer ab. Auf einen Punkt gebracht, lautet die Kritik: Niemand kann voraussagen, ob ein Zehnjähriger die Eignung zum Anwalt oder zum Anstreicher besitzt.
Bei aller Überzeugungskraft weist diese Argumentation jedoch eine Schwäche auf. Ein Großteil der Studien stützt sich auf die Pisa-Erhebungen. Die wiederum setzen ihren Messpunkt bei den Fünfzehnjährigen – und ignorieren, was danach passiert. Genau diesen blinden Fleck der Systemkritik erhellt nun eine Untersuchung des Ökonomen Christian Dustmann.
Der am Londoner University College lehrende Wissenschaftler behauptet: Ob ein Kind mit ähnlichen Begabungen nach der Grundschule auf ein Gymnasium oder eine Realschule wechselt, ist unerheblich – und zwar sowohl für seinen Bildungsabschluss wie auch für sein späteres Einkommen. Weil das deutsche Schulsystem vielfältige Möglichkeiten kennt, die eingeschlagene Schullaufbahn später zu korrigieren, setzt sich Begabung am Ende in der Regel durch. Dasselbe gelte für die Wahl zwischen Real- und Hauptschule. Andere Nationen wie Frankreich, England oder Spanien würden Deutschland sogar, sagt Dustmann, »um diese Flexibilität beneiden«.
Mit Nanotechnologie gegen das ChaosDie Projekttage an der Realschule haben einen pfiffigen Hintergrund: Wegen der Abschlussfahrt wären viele Vertretungsstunden nötig.Neutraubling. Wie man pädagogischen Auftrag und die Bewältigung organisatorischer Probleme pfiffig in ein Projekt packen kann, ist in dieser Woche an der Realschule zu erleben. Dort waren und sind am Mittwoch und Donnerstag die Schüler der 5. bis zur 9. Jahrgangsstufe mit den verschiedensten Themen befasst. Von „Wohlfühltagen“ für die Fünftklässler über ein Theaterstück, das für die Achtklässler die Einsamkeit junge Menschen in sozialen Netzwerken aufgreift bis hin zu Experimenten der Nanotechnologie für die Neuntklässler reicht die Palette der Themen, die die Lehrer für ihre Schüler vorbereitet haben.
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